Schwobarock-Urgestein


Ein viel umjubeltes Gastspiel gab das „Grachmusikoff-Trio" im Rabenhof. Die drei Vollblutmusiker vereinten hintersinnigen Humor, scharfzüngige Texte und schwäbische Mundart zum deftigen „Schwobarock".

Seit 30 Jahren tingelt diese Band durch die Lande und kann auf eine treue Fangemeinde zählen: 1978 entstand „Grachmusikoff" während einer Demo gegen die Schließung des Juze in Bad Schussenried, noch ein Jahr bevor Alex Köberlein „Schwoißfuaß" ins Leben rief. Und in der alten Gründungsformation mit den Brüdern Alex und Georg Köberlein (Gitarre, Keyboard und Saxophon) sowie mit Hansi Fink (Gitarre) gab das „Grachmusikoff-Trio" sein Bestes im Rabenhof. Zoten wechselten mit Suff- und Liebesliedern, Reggae-Titel luden zum Mitsingen ein. Im Gepäck hatte man beispielsweise coole Country-Songs Marke Johnny Cash („Johann Bargeld"). In Titeln wie "Auf'm Land do isch was los" oder "Der Heilige St. Markus" streifte man die Melancholie des täglichen Seins und widerlegte in teils sarkastischen Texten die Mär von der sorglosen Landidylle.

Im Duett besang man aber auch die Grausamkeiten des Bauernkriegs, ließ das rebellierende Landvolk lebendig werden und die blutige Auflehnung gegen die Obrigkeit, ungeschönt und in eindringlichen Bildern.
Gitarrenheld Hansi Hink zauberte dazwischen virtuoses Fingerpicking, während die Köberlein-Brüder sich an Gitarre, Kongas und den Keyboards abwechselten und als Multinstrumentalisten wahre Könnerschaft bewiesen. "Liebe kosch net kofa" erzählte von unglücklicher Liebe, "Große Jungs" schwelgte dagegen in verklärten Jugenderinnerungen. Ihre humorvollen listigen Liedansagen gerieten immer wieder zu kabarettistischen Einlagen, die "Grachmusikoff" letztlich auch auszeichnen und zu dem machen, was sie sind: Eine Kult-Kapelle mit Stil und reich an Repertoire.

Die Stärken von „Grachmusikoff kamen in den ruhigeren Stücken, den Balladen zum Ausdruck, die ein Schlaglicht auf eine tabuisierende Gesellschaft warfen. Eine Gesellschaft, in der es scheinbar keinen Platz für Außenseiter, Alleingelassene und Behinderte gibt. Das „Grachmusikoff-Trio" hielt dem Kleinbürgertum auf dem Land immer wieder den Spiegel vor und geiselte in hübschen eingängigen Melodien und scharfsinnigen Texten deren falsche Moral.
Nach mehreren Zugaben verabschiedeten sich die grantelnden Altrocker von der Bühne und begaben sich auf einen spaßigen musikalischen Rundgang durchs Publikum mit Posaune, Saxophon und Gitarre.

Schwäbische Post, Autor: Achim Klemm, Bild: Olschewski
Mit freundlicher Genehmigung der Autoren


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