Aus dem Heim in die Stadt


Modellprojekt eröffnet Wege in ein selbstständiges Leben

In einem gemeinsamen Projekt mehrerer Partner werden in Ulm derzeit neue Wege für Inklusion und Integration von Menschen mit Behinderung gegangen. Mit passgenauen Assistenzangeboten werden bisher stationär betreute Personen bei ihren Schritten in ein selbstbestimmtes Leben begleitet.


In der Ulmer Weststadt wurde im vergangenen Jahr ein Modellprojekt gestartet, das auch Menschen mit großem Assistenzbedarf den Schritt in eine ambulant betreute Wohnform ermöglichen soll. Hinter dem Fachbegriff „Ambulantisierung“ steht ein Konzept für einen schrittweisen Übergang von einer stationären Vollversorgung in ein selbstständigeres Leben. Partner bei diesem Projekt sind die Stadt Ulm, die Genossenschaft Ulmer Heimstätte sowie der Tannenhof der LWV.Eingliederungshilfe.

Die Ulmer Heimstätte als Vermieter hat dafür zunächst zwei barrierefreie Wohnungen zur Verfügung gestellt. Die erste der beiden Wohnungen wurde bereits im Mai vergangenen Jahres von Klienten des Tannenhofs bezogen, die gemeinsam aus einer bestehenden Wohngemeinschaft dorthin umgezogen sind. Sie bewältigen ihren Alltag bereits sehr selbstständig und benötigen lediglich stundenweise Assistenz.

Im September zogen dann drei Tannenhof-Klienten, die bis dahin ein stationäres Wohnangebot der Einrichtung genutzt hatten, in die zweite Wohnung in der Parlerstraße ein. Alle hatten zuvor den Wunsch geäußert, aus dem Heimumfeld aus- und in eine Wohnung in der Stadt einzuziehen. Mit dem Modellprojekt, das noch Platz für eine vierte Person bietet, und dem speziell dafür entwickelten Konzept wurde diese Möglichkeit eröffnet. Jeder Bewohner hat sein eigenes Zimmer. Die Küche, das Esszimmer und zwei Bäder werden gemeinsam genutzt.

Damit Menschen, die bisher in einer Heimeinrichtung gelebt haben, ein eigenständiges und selbstbestimmtes Leben erlernen, bedarf es einer individuell abgestimmten Begleitung, die immer wieder flexibel an die Entwicklungsschritte angepasst wird. Mit jedem Klienten werden mögliche Assistenz- und Hilfeangebote besprochen und organisiert. Zu Beginn ist der Unterstützungsbedarf dabei hoch und der stationären Betreuung noch ähnlich. Morgens und abends sind Mitarbeiter vor Ort. Zusätzlich werden die Klienten in Einzelstunden gefördert, um alltagspraktische Dinge zu erlernen – vom Waschen der Wäsche über die Unterstützung bei Bankgeschäften bis zur Beratung und Begleitung beim Einkauf. Auch untereinander lernen sich die Beteiligten zunächst einmal mit ihren jeweiligen Fähigkeiten und Handicaps kennen. Gemeinsam wird auch der Sozialraum erkundet. Die Suche nach einem Café ohne Treppen kann dabei ebenso auf dem Programm stehen wie der örtliche Sportclub und Einrichtungen des täglichen Bedarfs. Inzwischen fühlen sich die Klienten in der nahen Umgebung ihrer Wohnung sicher und finden sich gut zurecht.

Die Teilnehmer/-innen sind mit Freude und Neugier in das Modellprojekt gestartet. Und auch nach einigen Monaten im neuen Umfeld sind die Rückmeldungen sehr positiv. Die Wohngegend wird als schön empfunden, auch zu den Nachbarn wurden bereits Kontakte geknüpft. Diese sollen weiter intensiviert werden. „Gerne darf auch bei uns der fehlende Zucker oder das Ei ausgeliehen werden“, sagt eine Klientin. „Uns ist das Zusammenleben wichtig. Alle Nachbarn sind herzlich willkommen, bei uns einfach mal auf eine Tasse Tee oder Kaffee vorbeizuschauen.“

Besuche im Café Blau immer wieder freitags sind schon zur festen Institution geworden. Gut hat sich auch der Kontakt zwischen den beiden Wohngemeinschaften entwickelt. Anfangs wurde dieser von einem Mitarbeiter begleitet, inzwischen holt man sich auch ohne Hilfestellung gegenseitig Rat und Unterstützung.

Astrid Pahl

Kontakt:

Astrid Pahl
Leitung Regionaler Wohnverbund Ulm
Telefon: 0731 4013-490
Mobil: 0151 16703568
Mail: astrid.pahl@lwv-eh.de


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