Erfolgsmodell Betreuungskräfte


An allen vier großen Einrichtungen der LWV.Eingliederungshilfe gibt es seit Jahresbeginn zusätzliche Betreuungskräfte für Menschen mit Behinderung. Am Rabenhof Ellwangen, bei der LWV.Eingliederungshilfe in Markgröningen, in Rappertshofen Reutlingen oder am Tannenhof Ulm (Bilder von oben nach unten) können damit zusätzliche Aktivitäten angeboten und Klienten individueller unterstützt werden.

Seit Jahresbeginn ist gesetzlich geregelt, dass Bewohner einer vollstationären Einrichtung einen Anspruch auf zusätzliche Betreuung und Aktivierung haben, der über die notwendige Versorgung hinausgeht. Dafür gibt es an allen Standorten der LWV.Eingliederungshilfe zusätzliche Betreuungskräfte. Deren Tätigkeit wird von Klienten, Angehörigen und Kollegen sehr geschätzt.

Am Tannenhof Ulm ist das Wohnheim für Senioren mit geistiger und mehrfacher Behinderung der hauptsächliche Einsatzort der fünf zusätzlichen Betreuungskräfte. Eine Herausforderung für die neuen Mitarbeiter war zu Beginn, dass viele Klienten der Einrichtung kognitiv oder motorisch so eingeschränkt sind, dass in der Ausbildung der Betreuungskräfte vermittelte Angebotsformen kaum umsetzbar waren. Der spezielle Umgang mit Menschen mit einer geistigen Einschränkung spielt in der Ausbildung kaum eine Rolle.

Eine gute Einarbeitung war daher besonders wichtig. Mittlerweile zeigen sich die Erfolge: „Viele Bewohner sind sehr geduldig, zum Beispiel wenn sie eine Vorlage ausmalen oder puzzeln können. Wenn wir solche Aktivitäten wiederholen, sind Fortschritte deutlich sichtbar. Die Klienten werden deutlich selbstständiger dabei“, berichtet Peter Widmann, der als Betreuungskraft am Tannenhof arbeitet. „Viel Freude machen ihnen auch die Ausflüge, die wir anbieten.“

Seine Kollegin Karin Vogel berichtet: „Um für jeden Bewohner individuell da zu sein, haben verhältnismäßig viel Zeit und sind frei in der Einteilung. So können wir Bettlägerigen etwas vorlesen oder massieren die Hände mit duftendem Öl.“ Neben der Einzelbetreuung, zum Beispiel bei Spaziergängen, beim Einkaufen oder bei einem Besuch am Grab eines Angehörigen, bieten die Betreuungskräfte auch vielfältige Gruppenaktivitäten an. Spiele, musische und rhythmische Aktivitäten oder der gemeinsame Besuch eines nahegelegenen Marktes dienen der Aktivierung. „Wir können frei planen und stimmen das Angebot passgenau auf die Bewohner und deren Bedürfnisse ab“, berichtet Andrea Scheid, die ebenfalls als Betreuungskraft am Tannenhof arbeitet.

Gemeinsam mit einer Kollegin hat Karin Vogel kürzlich eine ganz besondere Idee verwirklicht: „Wir haben ein kleines provisorisches ‚Nagelstudio‘ für unsere Bewohner eröffnet. Viele Damen – auch im Rollstuhl – kamen zur Handmassage und ließen sich die Nägel lackieren. Das war ein sehr schönes Erlebnis.“

Verteilt auf die drei Standorte Ellwangen, Ilshofen und Heidenheim sind für den Rabenhof Ellwangen derzeit zehn Betreuungskräfte im Einsatz. Alle haben die erforderliche Qualifizierung in 160 Theorie-Unterrichtsstunden und zwei Wochen Praktikum in Einrichtungen der Altenhilfe erfolgreich absolviert. Um den Klientinnen und Klienten an allen Wochentagen tagesstrukturierende Angebote machen zu können, arbeiten die Betreuungskräfte in unterschiedlichen Arbeitszeitmodellen.

Gedächtnistraining, gemeinsam backen und kochen, Haustiere füttern und pflegen, stehen je nach Bedürfnissen und Möglichkeiten der Klienten auch hier auf dem Programm. Die Arbeit der Betreuungskräfte ist auch in den Einrichtungen des Rabenhofs bereits eine unverzichtbare Bereicherung für die Klienten und für das Team geworden.

Mit den spezifischen Herausforderungen, die sich aus der Arbeit mit mehrfach-körperbehinderten Menschen ergeben, setzen sich die Betreuungskräfte in Rappertshofen Reutlingen auseinander. Im regen Austausch mit Bewohnern und Gruppenmitarbeitern wurden nach einer Kennenlernphase zu Jahresbeginn Wünsche gesammelt. Als gruppenübergreifende Angebote finden seither vier feste Wochentermine einer Musikgruppe, einer Malgruppe, einer Kochgruppe und eines Stammtischs am Freitagabend statt, die allesamt gut besucht sind. Ein gemeinsames Angebot der Betreuungskräfte und des Servicepoints ist jeden Monat ein großer Ausflug, damit alle Klienten die Möglichkeit haben, kulturelle Angebote wahrzunehmen. Nach Fahrten in die Wilhelma, zum Frühlingsfest, auf die Insel Mainau und auf einen Erlebnisbauernhof stehen in diesem Jahr unter anderem noch Museumsbesuche in Sinsheim und bei Mercedes-Benz an.

Die enge Zusammenarbeit mit einer Ansprechpartnerin für fachliche Fragen und die betreuungsspezifischen Fortbildungsangebote unterstützen die Betreuungskräfte dabei, den vielfältigen Anforderungen gerecht zu werden.

Sieben Betreuungskräfte teilen sich bei der LWV.Eingliederungshilfe Markgröningen die 4,8 Stellen für Betreuungskräfte. Sie sind zumeist den verschiedenen Wohngruppen zugeordnet, eine Betreuungskraft arbeitet auch bei den Tagesstrukturierenden Angeboten (TSA) mit. Dass neben sechs Frauen auch ein Mann als Betreuungskraft gewonnen werden konnte, hat sich als zusätzlicher Vorteil erwiesen. In der zumeist von Frauen ausgeübten Pflege und Betreuung kann Jochen Schweikhardt mit seiner ruhigen und geduldigen Art auch einmal ein Gespräch „von Mann zu Mann“ anbieten.

Da der Einsatz von Betreuungskräften in der Behindertenhilfe etwas Neues ist, musste sich manches zunächst einspielen. Auch die Koordination von neuen Mitarbeitern mit ganz unterschiedlichen beruflichen Hintergründen war eine Herausforderung. Doch nach beinahe einem Jahr sind die Betreuungskräfte ein fester Teil der Einrichtung geworden. Ganz besonders positiv bewerten Angehörige die damit verbundenen Möglichkeiten. Schon nach wenigen Wochen haben sie zurückgemeldet, dass viele Spaziergänge gemacht wurden oder Klienten sich über Einkaufsfahrten gefreut haben. Auch bei Veranstaltungen innerhalb und außerhalb der Einrichtung ist deutlich sichtbar: Die Begleitung durch die Betreuungskräfte schafft für die Klienten mehr Möglichkeiten, solche Angebote zu besuchen.

Autoren: Heike Lombacher, Gregor Olschewski, Claudia Preiß, Anna Gutbrod


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