Wohnprojekt im Alten Krankenhaus von Munderkingen eröffnet


Mit mehr als 100 Gästen und Besuchern fand am Dienstag, den 9. Mai, die offizielle Einweihung eines ganz besonderen Wohnprojekts in Munderkingen im Alb-Donau-Kreis statt. Das historische und denkmalgeschützte Alte Krankenhaus bietet nun barrierefreien Wohnraum für 20 Menschen mit Behinderung. Nach der Sanierung durch den privaten Investor Andreas Dünkel hat die LWV.Eingliederungshilfe die vier Wohnungen für jeweils fünf Menschen mit einer geistigen oder Mehrfachbehinderung langfristig angemietet.

Auf Initiative von Munderkingens Bürgermeister Dr. Michael Lohner und mit Unterstützung des Gemeinderats und des Landratsamtes wurde ein offenes Wohn.Haus geschaffen. Hausleiterin Carmen Zahner konnte mit den Klienten, die teilweise bereits im November eingezogen sind, schon zahlreiche Kontakte in der Gemeinde knüpfen. Ein Beitrag des Kinderhauses Schillerstraße bei der Einweihungsfeier und die Bewirtung durch Schülerinnen und Schüler der Förderschule Munderkingen belegte dies eindrucksvoll.

„Hinter dem Wohn.Haus steht auch die geballte Kompetenz unserer Einrichtung Tannenhof Ulm“, sagte Joachim Kiefer, Geschäftsführer der LWV.Eingliederungshilfe. „Unsere Mitarbeiter haben teils jahrzehntelange Erfahrung darin, wie Assistenzleistungen auch für Menschen mit schweren Behinderungen sinnvoll gestaltet werden.“ Das Zusammenwirken vieler Menschen aus Kommunalpolitik und Verwaltung mit einem privaten Investor und einem erfahrenen Träger von Assistenzangeboten für Menschen mit Behinderung könne ein Modell für ähnliche Projekte sein. „Von einer gelingenden Inklusion profitieren nicht allein Menschen mit Behinderung, sondern alle“, betonte Kiefer.

Mit viel Geduld und Durchhaltevermögen aller Beteiligten sei eine sinnvolle Nutzung für ein Gebäude gelungen, das der Bevölkerung Munderkingens sehr am Herzen liege, sagte Landrat Heiner Scheffold. Zugleich habe die soziale Infrastruktur in Munderkingen und der gesamten Raumschaft mit dem neuen Angebot einen starken zusätzlichen Akzent erhalten. „In dieser dezentralen stationären Wohn- und Betreuungsform werden die Klienten in den Tagesablauf einbezogen und bekommen mehr Verantwortung bei der Bewältigung ihres Alltags“, lobte Dieter Steck, stellvertretender Direktor des Kommunalverbands für Jugend und Soziales Baden-Württemberg. Die LWV.Eingliederungshilfe stehe in vorderster Reihe, wenn es darum gehe, die Forderungen der Politik nach Dezentralisierung und Inklusion in die Praxis umzusetzen.

Investor Dünkel erinnerte an die Schwierigkeiten, die das alte Gebäude bei der Sanierung mit sich brachte. „Der Zahn der Zeit hat noch schlimmer an dem Gebäude genagt, als wir es uns hätten vorstellen können.“ Doch Bürgermeister Lohner bilanzierte am Ende ganz richtig: „Wir waren lange unterwegs und haben es gemeinsam geschafft. Das Objekt spricht für sich, genauso wie die Menschen, die hier Unterkunft und Heimat gefunden haben.“


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